In der heutigen Zeit steht Kindern eine riesige Auswahl an unterschiedlichstem vorgefertigten, meist altersspezifisch ausgewähltem Spielzeug zur Verfügung.  Die Kleinen werden sozusagen überfüllt mit Spielzeug und anderen Konsumgütern, was dazu führen kann, dass sich viele im späteren Jugend- und Erwachsenenalter nicht mit sich selbst beschäftigen können.

 

Das Projekt: spielzeugfreie Zeit soll sich keinesfalls gegen Spielzeug richten, denn dieses ist für die Entwicklung und Kreativität der Kinder enorm wichtig und gehört zu deren Lebenswelt dazu. Es richtet sich lediglich gegen die Überhäufung von vorgefertigtem Spielzeug, welches Kindern zu wenig Gelegenheit gibt ihre eigenen Ideen und Phantasien zu entwickeln.

 

Den Kindern wird keineswegs das Spiel genommen, es wird vertieft und verändert und die Inhalte  werden neu erlebt. Die Spielfähigkeit ist eine Grundvoraussetzung für seelisches Wohlbefinden und für das Lernen. Vielfältige Spielerfahrungen sind also ein Schatz des Kindes, aus welchem es lebenslang schöpfen kann.

 

In der spielzeugfreien Zeit werden industrielle Spielsachen wie Gesellschaftsspiele, Bausteine, Autos, Puppen, Puzzles etc. zusammen mit den Kindern in den Keller gebracht und dort aufbewahrt, bis die Erzieher bzw. die Kinder die spielzeugfreie Zeit für beendet erklären.

 

Stattdessen stehen den Kindern Naturmaterialien (wie zb. Holz, Steine, Sand, Wasser, Pflanzen u.ä.), und Alltagsgegenstände (wie z.B. Decken, Möbel, Matten, Bücher, Pfandflaschen, Dosen, Stühle, Tische, u.ä.) zur freien Verfügung. Zusätzlich können die Kinder Bastelmaterialien (wie Schere, Klebstoff, Farben, Papier etc.) von den Erziehern erfragen.

 

Die spielzeugfreie Zeit kann nicht alles bewirken, fordert aber die Kinder in Bereichen heraus, die sonst zu wenig Beachtung finden und gibt neue Anreize.